Mythen

»Saubere« und »schmutzige« Kalorien sind ein Mythos, wenn es nur ums Gewicht geht

Für die Gewichtsabnahme unterscheidet dein Körper nicht zwischen einer Kalorie aus Brokkoli und einer aus einem Donut

In der Fitnesswelt wird Essen gern in »sauber« (gesund) und »schmutzig« (verarbeitet, schlecht) unterteilt, mit der Andeutung, »schmutzige« Kalorien würden der Figur irgendwie mehr schaden als dieselbe Menge »sauberer« Kalorien. Rein aus Sicht der Energiebilanz für Zu- oder Abnehmen hat diese Einteilung keine physiologische Grundlage: Ein Überschuss von 500 Kalorien aus Gemüse und ein Überschuss von 500 Kalorien aus Fast Food führen beide gleichermaßen zu einer Gewichtszunahme, weil der Körper vor allem die Gesamtenergie zählt, nicht die »moralische Kategorie« ihrer Quelle.

Das heißt nicht, dass die Quelle der Kalorien überhaupt keine Rolle spielt – sie spielt nur aus einem anderen Grund eine Rolle. Verarbeitete Lebensmittel enthalten pro Kalorie meist weniger Ballaststoffe, weniger Mikronährstoffe und weniger Protein, was sie weniger sättigend macht als dieselbe Kalorienmenge aus unverarbeitetem Essen, und das führt in der Praxis oft zu Überessen. Die Zusammensetzung der Ernährung wirkt sich außerdem unabhängig vom Gewicht direkt auf die Gesundheit aus – Vitamine, Mineralstoffe und das Entzündungsprofil von Lebensmitteln zählen für sich genommen, nicht nur als Posten in der Kalorienbilanz.

Praktisch heißt das: Essen zur Gewichtskontrolle in »sauber« und »schmutzig« einzuteilen, ist nicht ganz präzise – treffender ist es zu sagen, manche Lebensmittel helfen bei gleicher Kalorienzahl besser bei Appetitkontrolle und Gesundheit als andere, statt dass es einen magischen Unterschied gäbe, wie der Körper Kalorien je nach Herkunft »verarbeitet«.