Training

Voller Bewegungsradius ist nicht immer Pflicht – wann Teilwiederholungen Sinn ergeben

Eine halbe Wiederholung funktioniert manchmal besser als die volle Bewegung

Trainerweisheit empfiehlt fast immer den vollen Bewegungsradius als Goldstandard – und meist zu Recht: Voller Bewegungsumfang liefert in der Regel einen größeren Wachstumsreiz und baut Beweglichkeit im genutzten Bereich auf. Aber Teilwiederholungen – die bewusste Begrenzung des Bewegungsradius auf einen bestimmten Abschnitt der Bewegung – haben einen legitimen Einsatzzweck, nicht nur den Ruf, ein »Mogeltrick« für mehr Gewicht zu sein.

Teilwiederholungen am schwierigsten Punkt des Bewegungsradius (etwa Kniebeugen im unteren Drittel) erlauben es, genau den Bereich anzusprechen, in dem der Muskel am schwächsten ist – im Training genutzt, um bestimmte »Sticking Points« einer Übung zu beheben, die eine volle Wiederholung möglicherweise nicht ausreichend adressiert, weil die stärkeren Bereiche des Radius die schwächeren überdecken können.

Teilwiederholungen mit mehr Gewicht, als du über den vollen Radius bewältigen könntest, können auch mehr mechanische Spannung für Nervensystem und Bindegewebe erzeugen, was manche Kraftprogramme bewusst nutzen. Der entscheidende Unterschied zum »Mogeln« ist die bewusste Wahl eines bestimmten Bereichs für einen bestimmten Zweck, nicht das wahllose Abkürzen der Bewegung, nur um eine größere Zahl auf die Hantel zu packen.