Ernährung

Salz komplett zu streichen kann Trainierenden schaden

Natrium ist nicht der Feind, wenn du beim Training stark schwitzt

Jahrzehntelange Gesundheitskampagnen gegen Salz richteten sich vor allem an Bewegungsmuffel mit zu viel verarbeiteter Nahrung, wo Natrium tatsächlich oft über vernünftigem Maß liegt. Für aktiv Trainierende, besonders bei Hitze oder langen Einheiten mit starkem Schwitzen, sieht das Bild anders aus: Natrium ist ein zentrales Elektrolyt, das über Schweiß verloren geht, und ein Mangel kann Krämpfe, Schwindel und Leistungseinbußen verursachen, lange bevor klassische Dehydration einsetzt.

Bei aktiv Trainierenden kann eine komplette oder übermäßige Salzrestriktion den Flüssigkeitshaushalt stören: Natrium hilft, Wasser im Blut und in den Zellen zu halten, und ein Mangel in Kombination mit starkem Schwitzen kann in Richtung eines Zustands ähnlich verdünntem Blut (Hyponatriämie) führen, besonders wenn der Flüssigkeitsverlust zusätzlich mit viel purem Wasser ohne Elektrolyte ausgeglichen wird.

Das heißt nicht, grenzenlos alles zu salzen – für die meisten moderat aktiven Menschen reicht die übliche Salzmenge in einer ausgewogenen Ernährung. Aber wer regelmäßig intensiv und lange trainiert, besonders in heißem Klima, hat guten Grund, Natrium nicht zu fürchten, und kann an Tagen mit besonders starkem Schwitzen sinnvollerweise Elektrolytgetränke oder leicht gesalzenes Essen einbauen, statt allgemeinen Salzarm-Empfehlungen zu folgen, die für einen bewegungsarmen Lebensstil gedacht sind.