Braunes Fett und Kälte: Hilft Frieren, mehr zu verbrennen? Physiologie

Braunes Fett und Kälte: Hilft Frieren, mehr zu verbrennen?

Braunes Fett verbrennt Energie, um Wärme zu erzeugen, und Kälte kann es aktivieren – doch die zusätzlichen Kalorien sind im Vergleich zu Ernährung und Bewegung gering.

Das meiste Körperfett ist weißes Fett, das Energie speichert. Braunes Fett ist ein anderes Gewebe voller Mitochondrien, das Brennstoff verbrennen kann, um Wärme zu erzeugen, statt ihn zu speichern – ein Vorgang namens zitterfreie Thermogenese. Babys haben relativ viel braunes Fett, um warm zu bleiben, und bildgebende Studien haben gezeigt, dass viele Erwachsene noch aktives braunes Fett besitzen, vor allem im Bereich von Hals, Schlüsselbeinen und Wirbelsäule. Kälte ist der stärkste natürliche Auslöser für dieses Gewebe, und regelmäßige Kälteexposition kann seine Aktivität über Wochen steigern.

Daraus entstand die Idee, mit kalten Duschen, kühlen Räumen oder Eisbädern den Fettabbau anzukurbeln. Studien zeigen, dass Kälte den Energieverbrauch tatsächlich erhöht, teils über braunes Fett und teils durch Zittern, und sie kann den Umgang des Körpers mit Blutzucker leicht verbessern. Die Menge an zusätzlicher Energie, die bei den meisten Erwachsenen über braunes Fett verbrannt wird, ist jedoch gering und wird bei deutlicher Kälte oft auf einige Dutzend bis vielleicht etwas über hundert Kalorien pro Tag geschätzt, und der Körper kann dies teilweise durch mehr Appetit ausgleichen.

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In der Praxis ist Kälte keine Abkürzung zum Fettabbau, und ihr Effekt ist weit kleiner als der eines konsequenten Energiedefizits, täglicher Bewegung und Krafttrainings. Manche genießen kalte Duschen oder Kaltwasserschwimmen und fühlen sich danach wacher, was ein guter Grund ist, sie einzubauen, sofern sie für dich sicher sind. Meide extreme oder lange Kälte, schwimme nie allein in kaltem Wasser und sprich zuerst mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn du Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen hast, da plötzliche Kälte das Herz belastet.

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